Einen neuen Vorstoß zum Passauer Nahverkehr macht die Stadtratsfraktion der Passauer Grünen. Sie wollen einen Fahrgastbeirat einsetzen, mit dem Ziel, den Nahverkehr kundenfreundlicher zu machen und die Auslastung der Busse zu erhöhen. Stadtrat Matthias Weigl, der für die Grünen seit dem Jahreswechsel wieder Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke ist, sieht die Notwendigkeit dafür auch im vergangenen Jahr: „Zunächst war bei der ÖPNV-Reform erstmal gar keine Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. Bei den Infoveranstaltungen bekamen dann die Verantwortlichen der Stadtwerke den Frust zu spüren, den manche im Stadtrat wohl entweder zu lange nicht wahrhaben wollten oder unterschätzt hatten. Da ist einiges nicht gut gelaufen, daraus sollten wir lernen.“
Klar sei aber auch: „Nicht alles aus dem damals vorgelegten Konzept war schlecht. Das Liniennetz ist veraltet, der Handlungsbedarf ist seitdem nicht kleiner geworden. Früher oder später wird kein Weg an einer ÖPNV-Reform vorbeiführen. Also ist die eigentliche Frage nicht ob, sondern wie wir die Zukunft des Passauer Nahverkehrs gestalten. Und da ist eine der Lehren des vergangenen Jahres: Ohne echte Beteiligung und Akzeptanz für Änderungen wird es schwierig. Daher schlagen wir die Einrichtung eines Fahrgastbeirates vor, wie es ihn in vielen anderen Städten, auch in Bayern, bereits gibt“, so Matthias Weigl.
Dr. Stefanie Wehner ist überzeugt: „Die Weiterentwicklung des Angebots auf quantitativen Erhebungen ist wichtig. Für ein zeitgemäßes und gutes Qualitätsmanagement müssen auch die Nutzerinnen und Nutzer eingebunden werden.“
Der Fahrgastbeirat soll, so der Antrag der Grünen, folgende Zielsetzung bekommen:
- Beratende Funktion bei allen den ÖPNV betreffenden Angelegenheiten
- Einbringung konkreter Vorschläge, Erfahrungen, Wünsche und Kritik zum öffentlichen Nahverkehr
- Mitwirkung an einer Strategie zur Erhöhung der Kundenfreundlichkeit und Fahrgastzahlen
„Die Einsetzung eines solchen Beirates bringt aus unserer Sicht viele Vorteile. Vor allem kann er einen wichtigen Beitrag für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess leisten. Zudem kann eine derartige Einbindung von Nutzerinnen und Nutzern dazu beitragen, dass künftige Änderungen im ÖPNV durch frühzeitige Beteiligung auf höhere Akzeptanz stoßen“, begründen die Grünen ihren Antrag.
Gemeinsam mit dem Fahrgastbeirat soll eine „Fahrgastoffensive“ initiiert werden, um Strategien zu entwickeln, wie die Nutzungszahlen nachhaltig erhöht werden können und im gesamten Liniennetz eine höhere Auslastung erreicht werden kann. Auch kleinere Verbesserungen und Anregungen sollen so leichter umgesetzt werden. „Wir wollen den künftigen Nahverkehr gemeinsam mit den Menschen gestalten, statt gegen erhebliche Widerstände aus der Bevölkerung. Ein Fahrgastbeirat wäre dafür ein guter erster Schritt“, ist Matthias Weigl überzeugt.

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