Das Dreiflüssestadion, den Kabinentrakt und das Hauptgebäude beim 1. FC Passau fit für die nächsten Jahrzehnte machen, dafür setzen sich die Passauer Grünen ein. „Das 1969 eröffnete Stadion ist schon lange nicht mehr in bestem Zustand. Auch der Kabinentrakt am Döbldobl ist dringend sanierungsbedürftig“, begründet Stadtrat Matthias Weigl, der die Grünen im Sportausschuss vertritt.
Stadtrat Boris Burkert, ehrenamtlicher Verwaltungsrat für die Anlage, ergänzt: „Wir Grüne haben uns schon vor Jahren für mehr Tempo bei der Sanierung ausgesprochen. Für den diesjährigen Haushalt haben wir 150.000 Euro beantragt, damit wenigstens in kleinen Schritten Verbesserungen erreicht werden. Leider wurde der Antrag abgelehnt. Außerdem hat der zuständige Ausschuss für Schulen, Sport und Freizeit schon 2024 einen Sanierungsfahrplan auf den Weg gebracht.“ In der letzten Sitzung des Ausschusses im Januar 2026 hakte Matthias Weigl nach: „Heraus kam, dass der Beschluss nicht umgesetzt wurde. Die eingestellten Planungsmittel für externe Büros wurden nicht genutzt und sind nun verfallen. Ein Fahrplan wurde nicht vorgestellt.“
Damit wollen sich die Grünen nicht abfinden. Boris Burkert und Matthias Weigl fordern deshalb in einem gemeinsamen Antrag eine Kostenübersicht und einen Sanierungsfahrplan für das Dreiflüssestadion, der im Ausschuss vorgestellt wird. Sie verweisen dabei auch auf den Beschluss, mit dem die Verwaltung schon vor eineinhalb Jahren beauftragt wurde, die Erhaltungs- und Sanierungsbedarfe im Bereich Dreiflüssestadion (Sportplätze, Gebäude, Umgriff) zu ermitteln und mit Kosten zu hinterlegen. „Das soll nun umgesetzt werden. Die bisher nur verwaltungsinterne Kostenübersicht für die anstehenden Maßnahmen gehört in den Ausschuss und dort laufend über die Umsetzung berichtet“, so Boris Burkert und Matthias Weigl.
Dr. Stefanie Wehner, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, verweist auf die städtische Sportförderrichtlinie. Für die zahlreichen Nutzerinnen und Nutzer, unter anderem viele Kinder- und Jugendliche, brauche es Investitionen in die Sport-Infrastruktur. „Viele ehrenamtliche Sportlerinnen und Sportler leisten wertvolle Arbeit beim Kinder- und Jugendtraining. Wir müssen hier die Bedingungen verbessern. Das darf nicht liegenbleiben, sondern muss umgehend angegangen werden, um die Situation Stück für Stück zu verbessern.“
Stadträtin Diana Niebrügge findet: „Bei den vielen Millionen, die in den letzten Jahren in den Bau von Kunstrasenplätzen geflossen sind, muss man sich schon fragen, ob die Prioritäten richtig gesetzt wurden, wenn gleichzeitig Duschen und Umkleiden marode sind. Das wollen wir Grüne ändern.“
In das Stadion und den Döbldobl sei viel zu lange nicht investiert worden. „Nun haben wir da teils miserable Zustände und dürfen uns nicht damit abfinden, dass das auch erstmal so bleiben wird, nur weil es von der Rathausspitze so gewollt ist. Wie sonst lässt sich der bisher nicht umgesetzte Beschluss erklären? Wir müssen den Investitionsstau im Sportbereich überall anpacken. Nach Oberhaus und Haibach ist die Zeit jetzt mehr als reif fürs Dreiflüssestadion“, bekräftigt Weigl. „Mir gefällt auch der Vorschlag einer Solaroffensive von Philipp Roos. Im Zuge der Sanierung könnten verfügbare Frei- und vor allem Dachflächen für Photovoltaik genutzt werden und das Gelände eine energetische Aufwertung erhalten“, fügt Boris Burkert an.
Die kürzlich von Verein und Stadt umgesetzte Erneuerung der Sitzflächen sei zwar ein erfreulicher Schritt in die richtige Richtung, doch „das langfristige Ziel einer Sportstätte, die insgesamt gut in Schuss und fit für die Zukunft ist, dürfen wir trotz kleiner Fortschritte nicht aus den Augen verlieren. Das wird ein Mammutprojekt und angesichts der angespannten Haushaltssituation in den nächsten Jahren nicht leichter. Umso wichtiger ist größtmögliche Transparenz für Klarheit in der Finanzplanung“, sind sich die Antragsteller einig.
Oberbürgermeisterkandidatin Stefanie Auer sagt: „Unsere Vereine leisten tagtäglich unverzichtbare Arbeit für Gemeinschaft, Gesundheit und Zusammenhalt in Passau. Deshalb dürfen wir notwendige Sanierungen nicht aufschieben, sondern müssen endlich transparent planen und konsequent umsetzen.“
Und Matthias Weigl äußert noch einen Vorschlag: „Es wäre sicherlich ein guter Schritt, wenn der Sportausschuss in der nächsten Legislaturperiode auch mal ein ‚Auswärtsspiel‘ absolviert. Wir sind mit den Sitzungsorten nicht ans Rathaus gebunden. Fangen wir doch im Dreiflüssestadion an, holen die Verantwortlichen von Vereinsseite mit an den Tisch und bemühen uns gemeinsam um eine tragfähige Lösung!“


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