Jahrelang war in den Lageberichten der Stadtwerke Passau zu lesen, dass man mit der Erneuerung der Busflotte eine Senkung der Instandhaltungskosten und des Treibstoffverbrauches erwartet. Nun sollen aus Kostengründen keine neuen Elektrobusse mehr angeschafft werden, obwohl viele Fahrzeuge in die Jahre gekommen sind und ein Ende ihrer Laufzeit absehbar ist. Das wollen die beiden Vertreter der Grünen im Aufsichtsrat, Boris Burkert und Matthias Weigl, so nicht stehen lassen: „Ja, die Lage ist angespannt und die Handlungsmöglichkeiten der Stadtwerke sind begrenzt. Deswegen wollen wir uns vom mittel- und langfristigen Ziel einer modernen und nachhaltigen Busflotte jedoch nicht verabschieden.“
Die beiden Grünen-Stadträte befürchten, dass mit der Ausmusterung alter Dieselbusse gar keine Neuanschaffungen, egal welcher Art, folgen könnten: „Das heißt, dass das Liniennetz womöglich so weit ausgedünnt werden wird, bis es mit der verbleibenden Flotte bedient werden kann. Und wenn weitere Busse altersbedingt ausgemustert werden, wird eben der Fahrplan weiter gekürzt. Das ist aus unserer Sicht keine tragfähige Lösung. Wir brauchen einen leistungsfähigen, bedarfsgerechten ÖPNV.“
Stattdessen sollen die Busnutzerinnen und -nutzer an einem neuen Linienplan beteiligt werden, so Boris Burkert und Matthias Weigl: „Wir haben deshalb einen Fahrgastbeirat beantragt und wollen mit einer Fahrgastoffensive erreichen, dass die Auslastung der Busse flächendeckend erhöht wird.“ Mit einem überalterten Fuhrpark und fehlenden Mitteln für Neuanschaffungen sei dieses Ziel allerdings nicht zu erreichen, stattdessen droht ein massiver Verlust an Fahrgästen.
Doch wie soll die weitere Elektrifizierung der Busflotte finanziert werden? „Die Stadtwerke können das nicht allein stemmen“, sind sich die beiden einig. „Es wird dafür städtische Unterstützung und ein gezieltes Anzapfen möglicher Fördertöpfe brauchen. Dass wir etwa den letzten Förderaufruf im Sommer 2025 (80 Prozent Förderquote für E-Busse) nicht genutzt haben, war ein Fehler. Auch die laufenden Kosten für Reparaturen und Wartung sowie steigende Spritpreise sollten nicht außer Acht gelassen werden. Da hat eine elektrische Busflotte, insbesondere bei einer Nutzung von Strom aus Eigenproduktion, einen klaren Vorteil. Für künftige Förderaufrufe sollten wir in den Startlöchern stehen, nur so kann die Antriebswende auch im ÖPNV Stück für Stück gelingen“, ist Boris Burkert überzeugt.
Die Forderung, dass die Stadt hier unterstützt, sei zudem keine neue, betont Matthias Weigl: „Dass die Busflotte immer mehr in die Jahre kommt, damit war zu rechnen. Schon 2021 haben wir deshalb beantragt, dass die Stadtwerke bei Klimaschutzmaßnahmen wie dem Aufbau der Ladeinfrastruktur, von Photovoltaikanlagen und der Elektrifizierung des Fuhrparks von der Stadt unterstützt werden. Der Ausschuss für Klima und Umwelt hat mehrheitlich abgelehnt, hierfür eine halbe Million im Vermögenshaushalt einzustellen. Heute wissen wir: Die Stadtwerke hätten das Geld dringend gebraucht. Ohne städtische Hilfe sieht es duster aus für die Zukunft des ÖPNVs in Passau. Wir brauchen eine Strategie, klare Ziele und echte Beteiligung, damit wir Klarheit bekommen, wohin die Reise geht.“

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