Erst im Frühling 2026 hatte der Ordnungsausschuss mit breiter Mehrheit einige neue Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet beschlossen. Nicht jedoch in der Ilzleite, hier soll es zunächst einen Ortstermin vor der nächsten Sitzung am 8. Oktober 2026 geben, bevor es zur Abstimmung kommt. Die Stadtratsfraktion der GRÜNEN befürwortet die Einführung von Tempo 30 auch dort, anders als SPD-Stadtrat Fritz Gerstl, der sich kürzlich mit heftiger Kritik zu Wort gemeldet hatte und sogar von „Schikane“ sprach.
Dr. Stefanie Wehner, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, bekräftigt: „Wer den minimalen Zeitverlust durch ein Herabsenken der zulässigen Höchstgeschwindigkeit als Schikane empfindet, verkennt die Realität aller Menschen, die auf dem Gehweg unterwegs sind. Eine bauliche Verbesserung ist in der Ilzleite durch den begrenzten Platz leider nicht möglich, daher wäre Tempo 30 hier die logische und sinnvolle Konsequenz. Wir wollen eine Verkehrspolitik, die Verkehrsräume nicht nur aus der Perspektive durch die Windschutzscheibe betrachtet.“
Auch für Matthias Weigl, der die Grünen im Ordnungsausschuss vertritt, steht fest: „Wir sollten das beschließen. Dass sich eine Mehrheit aus Hals dagegen stemmt, kann ich nach vielen Gesprächen in den letzten Wochen und Monaten nicht erkennen. Im Gegenteil: Viele Anwohner, gerade junge Familien mit Kindern, haben viele gute Argumente zusammengetragen, die dafür sprechen. Wir unterstützen sie dabei.“
Stadträtin Diana Niebrügge meint: „Herr Gerstl findet, dass in der Ilzleite auch weiterhin mit 50 km/h gefahren werden soll, weil es die Erschließungsstraße des Stadtteils Hals ist. Als Innstädterin kann ich sagen: Eine Erschließungsstraße ist auch dann noch funktionstüchtig, wenn in weiten Teilen nur 30 km/h gefahren werden darf: Ich bin sehr froh darüber, dass in der Kapuzinerstraße großteils die reduzierte Höchstgeschwindigkeit gilt und gleichzeitig ein stationäres Dialog-Display dafür sorgt, dass diese auch eingehalten wird. Das würde ich mir auch für die Ilzleite und die dortigen Anwohnerinnen und Anwohner wünschen.“
Dr. Achim Spechter ergänzt: „Wie ernst wir es mit der Verkehrswende meinen, zeigt sich erst dann, wenn es bei einzelnen Maßnahmen auch vereinzelt Gegenwind gibt. Es wäre ein wichtiges Signal, wenn in der Ilzleite eine breite Mehrheit für Tempo 30 entscheidet. Wir wollen mehr Verkehrsberuhigung und damit die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöhen.“
Kinderarzt und Stadtrat Andreas Pontz betont: „Eines der wichtigsten Argumente ist für uns Grüne vor allem die Erhöhung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Schulkinder. Gerade weil der Gehweg hier sehr schmal ist, sollte man sich möglichst angstfrei bewegen können. Wir sehen in der Anordnung von Tempo 30 die Chance, dass diese Maßnahme präventiv wirkt. Es kann doch nicht sein, dass wir erst nach einem schweren Unfall handeln.“

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