ÖPNV: Grüne wollen Fahrgäste dauerhaft beteiligen

Wie sieht der Stadtbusverkehr in Passau künftig aus? Ein neues Konzept liegt auf dem Tisch, das im September 2026 öffentlich im Stadtrat vorgestellt wurde. Zwei Bürgerversammlung dazu fanden bereits statt, drei weitere sollen in den nächsten Wochen folgen. Die Stadtratsfraktion der Grünen fordert, die Beteiligung nicht nur auf die Phase der Konzeptvorstellung zu begrenzen, sondern langfristig die Fahrgäste einzubinden. 

Stadtrat und SWP-Aufsichtsrat Matthias Weigl verweist auf den Antrag zur Einrichtung eines Fahrgastbeirates, den die Grünen bereits im Januar gestellt haben: „Obwohl Anträge innerhalb von sechs Monaten behandelt werden sollten, ist das hier bislang leider noch nicht erfolgt. Uns ist für die Zukunft des Passauer ÖPNVs wichtig, dass es nicht nur um eine ökonomische Betrachtung, sondern wieder mehr um die Interessen der Fahrgäste geht. Diese sollen sich über einen solchen Beirat dauerhaft einbringen und Verbesserungen anregen können. So wollen wir erreichen, dass künftig mehr Menschen den Bus nutzen und die Kundenzufriedenheit erhöht werden kann.“

Fraktionsvorsitzende Dr. Stefanie Wehner ergänzt: „Es haben sich schon Leute bei uns gemeldet, die sich gerne im Rahmen eines Fahrgastbeirates einbringen wollen, die wir bisher nur vertrösten konnten. Denn obwohl wir mehrfach auf die Behandlung unseres Antrages hingewiesen haben, ist diese bislang weder erfolgt noch ein konkreter Termin in Aussicht. Das entspricht leider nicht dem neuen Stil und dem besseren Umgang miteinander, den uns Oberbürgermeister Andreas Rother vielfach versprochen hat.“ Auffällig sei auch, dass der Aufsichtsrat der Stadtwerke bisher noch über keinen einzigen Tagesordnungspunkt in öffentlicher Sitzung beraten hat, so Aufsichtsratsmitglied Weigl.

Dr. Achim Spechter ist überzeugt: „Wenn man die Akzeptanz der Bevölkerung für so ein Konzept gewinnen will, dann müssen die Bürgerinnen und Bürger dauerhaft eingebunden werden. Unser Ziel sollte eigentlich eine Fahrgastoffensive und eine bessere Auslastung der Stadtbusse sein. Denn wenn weniger Menschen mit dem Bus fahren, dann bedeutet das mehr Individualverkehr und somit noch mehr Stau. Leider müssen wir feststellen, dass wir uns mit dem derzeitigen Kurs in Passau wieder von einer Mobilitätswende wegbewegen und den ÖPNV ausdünnen, statt ihn attraktiver zu machen.“

Auch Diana Niebrügge findet: „Es geht ja nicht nur um Taktung und Preise. Auch kleine Änderungen könnte so ein Fahrgastbeirat anstoßen. Wenn ich an die Barrierefreiheit denke, dann können wir da beispielsweise mit vielen kleinen Bausteinen noch Fortschritte erzielen, die gar nicht unbedingt teuer sind.“

Klar sei auch, dass das bisherige Liniennetz in die Jahre gekommen sei und dringend aktualisiert, werden müsse. „Das neue Konzept sollte aber nicht in Stein gemeißelt sein und Nachbesserungen möglich sein. Mit dem, was aktuell vorliegt, droht aus unserer Sicht ein Rückgang der Fahrgastzahlen. Deswegen wollen wir die Interessen der Fahrgäste mehr in den Vordergrund rücken. Ein erster Schritt dafür wäre die dauerhafte Beteiligung durch das Einsetzen des von uns beantragten Fahrgastbeirats“, so die Mitglieder der Grünen Stadtratsfraktion. Man werde daher weiterhin auf eine baldige Behandlung drängen.

Als „sehr positiv und mit vielen konstruktiven Verbesserungsvorschlägen“ hob Matthias Weigl die derzeit laufende Online-Beteiligung hervor, die weiterhin unter über die Homepage der Stadtwerke möglich ist. Der Link dazu lautet: www.vbp.stadtwerke-passau.de/NeuesBusKonzept. 

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